Halbzeit

Nur für Erwachsene – BDSM – Erotik


Liebe Leserin, lieber Leser,

Vor 6 Monaten hat das neue Jahr begonnen – sicher auch bei Ihnen mit vielen guten Vorsätzen für 2015.

Ein halbes Jahr ist vorbei – jetzt ist Halbzeit!

  • Waren Sie erfolgreich, oder sind Ihre Vorsätze wieder auf der Strecke geblieben?
  • Wie ist ihre Verhaltenskorrektur verlaufen? Hat sich Ihre Selbstdisziplin verbessert?
  • Welche Ziele bzw. Etappen haben Sie bereits erreicht?

Falls Sie auf dem von Ihnen gewählten Weg wie geplant voran gekommen sind: Ganz herzliche Gratulation! Das schaffen nicht viele, und es ist – falls Sie das noch nicht erledigt haben sollten – jedenfalls eine extra Belohnung wert! Sagen Sie uns doch, wie Sie es machen – und womit Sie sich belohnen!

Falls jedoch in der Zielerreichung ein Defizit entstanden sein sollte: Ein halbes Jahr ist zwar bereits vergangen – doch die zweite Hälfte hätten Sie jetzt noch Zeit! Mit einem festen Entschluss und der entsprechenden Anstrengung ist sicher noch Einiges aufzuholen und gut zu machen!

Überlegen Sie:

  • Woran lag es, dass Sie das Ziel nicht erreichten?
  • War der Wunsch gänzlich unrealistisch?
  • Gab es Planungsfehler?
  • Waren es tatsächlich böse äußere Umstände?
  • Oder war es einfach Bequemlichkeit?

Sofern es (bloß oder auch) an der eigenen Faulheit lag, dann würde wohl eine Motivationsauffrischung hilfreich sein. Das Motto könnte lauten: Jetzt muss man eben ein bisschen strenger mit sich selbst sein!

Gerade, um langfristig seine Ziele erfolgreich zu verfolgen, muss man oft etwas nachhelfen, weil die Befriedigung durch den sichtbaren Erfolg für längere Zeit auf sich warten lässt.. Wenn man etwas erreichen will, dessen Gelingen selbst (noch) nicht genügend Anreiz bietet (z.B., weil das Ergebnis zu unsicher ist, einen langen und hohen Arbeitseinsatz erfordert, der Erfolg erst in einiger Zeit wirksam wird), muss man „Selbstmotivation“ betreiben, also über den Anreiz der Sache hinaus zusätzlich selbst für Lust und Unlust sorgen.

Vielleicht haben Sie schon einmal begonnen, sich mit dem Programm „Konsequente Erziehung“ zu motivieren und mit seiner Hilfe Ihre Ziele anzusteuern. Falls Sie dann doch nach einiger Zeit abgebrochen haben, wäre doch jetzt eine gute Gelegenheit für einen Neustart.

Hier nun einige Vorschläge, die Sie an Ihre Bedürfnisse anpassen sollten:

  • Rufen Sie „Konsequente Erziehung“ auf. Falls Sie bereits damit gearbeitet und dann pausiert haben, ist das Programm gar nicht nachsichtig und zeigt Ihnen, welche Strafe es für das lange Nichtmelden für angemessen hält.
  • Planen Sie den Neubeginn: Vielleicht wählen Sie diesmal nur einen einzigen – Ihren wichtigsten – Vorsatz (oder jedenfalls ganz wenige Vorsätze).
  • SIE allein entscheiden selbst und individuell, welche Ziele Sie verfolgen – niemand sonst. Dass Sie dabei völlig auf sich gestellt agieren, wird so manch anderem nicht gefallen. Selbständige Menschen lassen sich so schwer steuern…
  • Prüfen Sie, ob die Rahmenbedingungen noch stimmen. Was behindert die Ausführung? Passen Sie Ihren Plan an und formulieren Sie Ihr erstes Etappenziel und die erforderlichen Regeln sorgfältig (passen Sie ab jetzt die Regeln laufend dem jeweils nächsten Etappenziel an!).
  • Setzen Sie Prioritäten: Es gibt nun außer in Notfällen nichts/nicht viel Wichtigeres als Ihren neuer Fokus!
  • Lassen Sie trotzdem Ihr ganzes restliches Leben nicht ungesteuert treiben, in der Hoffnung dadurch zusätzliche Energie für Ihr neues Ziel zu erhalten. Meist ist es nämlich umgekehrt: Gerade, wenn man insgesamt Disziplin aufbaut und hält, lernt man, Prioritäten zu setzen und wichtige Ziele mit der notwendigen Konsequenz zu verfolgen. Sinnvolle Regeln für ein normales Leben sollten Sie also weiterhin integrieren und einhalten – es ist nämlich frustrierend, nach Erreichen des Ziels festzustellen, dass man sich in der Zwischenzeit so nebenbei eine vom Alkohol zerstörte Leber, 10 Kilogramm Übergewicht und eine kaum mehr kontrollierbare Nikotinsucht eingehandelt hat.
  • Bauen Sie deshalb eine Disziplin-Grundstruktur auf, die Ihnen hilft, Ihr Leben gut zu managen. Dazu gehören nützliche Gewohnheiten, wie eine ausreichende Ordnung, regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf schädliche Einflüsse,… – jedenfalls all das, was SIE für wichtig und sinnvoll erachten.
  • Das Bilden von (neuen) Gewohnheiten dauert allerdings ein gutes Weilchen – Sie müssen täglich üben, jeden Tag kontrollieren und mindestens drei bis vier Wochen lang durchhalten, bevor sich die Gewohnheit automatisiert hat.
  • Sie werden wohl zusätzliche Zeit benötigen, um Ihren Vorsatz mit Nachdruck verfolgen zu können.
    Welche Zeitfresser können Sie also einschränken?
    Ihr Ziel geht vor: Vor nettem Internetsurfen, vor der 3. Nachrichtensendung des Tages, vor dem Fußballspiel im Fernsehen, vor der 2.736. Folge dieser megageilen Serie und vor diesem super spannenden Film. Den können Sie aber z.B. gut als Belohnung ausloben: Diesen wirklich super spannende Film dürfen Sie sich ansehen, sobald Sie das nächste anspruchsvolle Etappenziel erreicht haben.
    So lange darauf warten? Ja, selbstverständlich: Diese Belohnung müssen Sie sich verdienen!
  • Stehen Sie 15 Minuten früher auf. Diese Viertelstunde investieren Sie gleich oder im Lauf des Tages zusätzlich für die Planung und Verfolgung ihrer Zielaktivitäten. Falls Sie von Sonnabend bis Freitag aus Ihrer Arbeit für das Umsetzen Ihres Vorsatzes keinen einzigen Strafpunkt gesammelt haben, dürfen Sie am Wochenende die vorgezogene Tagwache ausfallen lassen und wie bisher aufstehen.

Wenn Sie bei „Konsequente Erziehung“ lange pausiert haben, dann lassen Sie für den neuen Anlauf den Strafpunktezähler von Ihrem 2. Selbst (bzw. von Ihrer Erzieherin/Ihrem Erzieher) zurücksetzen. Damit vergisst das Programm alle Ihre bisherigen Verfehlungen, und Sie beginnen einen neuen Lebensabschnitt mit Null Strafpunkten. Auch offene Strafen sind damit vergessen.

Es beginnt sozusagen ein „neues Leben“. Das lange Nichtmelden sollten Sie jedoch wohl nicht gänzlich unbestraft lassen: Sie haben ein sich selbst gegebenes Versprechen gebrochen – das soll nicht wieder passieren!

Sie könnten sich dabei an der Strafe orientieren, die das Programm verhängt hätte, sie  jedoch nach bester Einschätzung anpassen: Es ist ein neuer Anfang, und SIE selbst entscheiden, ob 10%, 25% ,… der vom Programm formulierten Strafe wirksam genug sein wird, Ihre Faulheit zu besiegen. Eine unangenehme, zeitaufwändige und schmerzhafte Strafe kann Ihnen dabei helfen,

  • ab sofort die nötige Disziplin aufzubringen, sich täglich beim Programm zu melden;
  • Ihr Ziel im Zentrum Ihrer Anstrengungen zu halten;
  • und es mit höchster Priorität anzusteuern.

Diese „Starthilfe“, dieser heftige Tritt in den… mit der dafür erforderlichen Zeit und den resultierenden Schmerzen sind meist eine gute Investition: Sie spüren die Konsequenzen davon, dass Sie ihre Vorsätze nicht ausreichend verfolgt haben – ab sofort werden Sie es besser machen!

Tragen Sie die gewählte Start-Strafe aus der Vernachlässigung Ihres Ziels in „Konsequente Erziehung“ als „Extrastrafe“ ein (Strafpunkte 0, kein Regelverstoß).

Und dann starten Sie neu voll durch!

Falls Sie mehr über Disziplin und Selbstdisziplin lesen, Strafstellungen kennenlernen oder sich Strafinstrumente bauen wollen, finden Sie einiges dazu in meinen Büchern:

Melanie muss abnehmenMelanie IICover

Inhalt, Inhaltsverzeichnis, Leseproben:

https://sites.google.com/site/herbertmentor

Das Programm „Konsequente Erziehung“ gibt es hier:

https://sites.google.com/site/herbertmentor/disziplinsoftware

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Ziele!

Herbert

Gute Vorsätze

Nur für Erwachsene – BDSM – Erotik


Liebe Leserin, lieber Leser,

das Jahr 2015 beginnt. Viele sehen den Jahreswechsel als neuen Anfangspunkt für einen neuen Lebensabschnitt, für liegengebliebene Aufgaben, für Veränderungen und Verbesserungen.

Viele gute Vorsätze…

Doch die wenigsten denken daran, dass zum Erreichen eines anderes Ergebnisses auch ein neuer Ansatz erforderlich ist. Zu hoffen, dass alles schon besser werden wird, aber nichts besser zu machen, wird nicht viel helfen. Dabei fehlt es ja meist nicht an den Wünschen, Träumen und Hoffnungen, sondern an der Disziplin, die erwünschten Ziele Schritt für Schritt zu verwirklichen.

Der Vorsatz alleine ist aber gar nichts wert, wenn er nicht konsequent verfolgt wird.

Ziele und Zwischenziele zu erreichen, ist eine starke Motivation, doch sind die erhofften Ergebnisse meist noch so weit weg, dass bald der Schlendrian einzieht:

  • Aufschieberitis:
  • „es ist nicht so wichtig“,
  • „einmal ist keinmal“,
  • „es wird sich schon noch ausgehen“,
  • „es ist zu mühsam“,
  • „so ernst habe ich es ja gar nicht gemeint“,…

Wie ich schon einmal schrieb: Da muss man eben ein bisschen strenger mit sich selbst sein!

Wenn da nicht sofort zusätzliche, strenge Maßnahmen ensetzen, die jede Abweichung vom Weg, der zum Ziel führt, sanktionieren, wird das Gap zwischen Wunsch und Realität immer größer, die Vorsätze verblassen und die Ziele werden unerreichbar.

Konsequente Erziehung ist die Philosophie, sich selbst jetzt zu seinem späteren Glück zu zwingen.

Es gibt einige Methoden, die die Selbstdisziplin unterstützen. Oft sind neben Belohnungen für besonders zielstrebige Aktionen auch Strafen für das Übertreten der eigenen Regeln unerlässlich (zumindest als ernste Drohung: Man braucht die Regeln ja nicht zu übertreten – dann hat man auch keine Strafe zu befürchten!).

Erzieher + Delinq

(Die Figuren im Bild wurden mit dem Programm MakeHuman http://www.makehuman.org/ erstellt und anschließend adaptiert).

Vorgangsweise

  • Man definiert die eigenen Ziele,

  • daraus entwickelt man Vorsätze

  • und Zwischenziele. Man beschließt

  • die einzuhaltenden Vorschriften und Regeln und zwingt sich zu deren

  • Einhaltung.

Für komplexere Abläufe werden Sie

  • einen Plan machen und die
  • Einzelschritte in einem Kalender festhalten müssen, für regelmäßige Handlungen benötigen Sie wahrscheinlich
  • einen Stundenplan, um Ihre Zeit gemäß Ihren Zielen einzuteilen (wie Melanie dies in „Melanie muss abnehmen: BDSM – Erziehung und Disziplin“ lernt, siehe https://sites.google.com/site/herbertmentor).

„Konsequente Erziehung“ heißt auch ein PC-Programm, das eine der Möglichkeiten umsetzt, sich unerwünschte Verhaltensweisen abzugewöhnen:

Das Programm dient zur konsequenten Kontrolle und Bestrafung von Verfehlungen, hat vielerlei Einstellmöglichkeiten, ist jedoch so gestaltet, dass es auch ohne große Anpassungen sofort benützt werden kann.

Die (selbst) festgelegten Regeln sind strikt einzuhalten. Jede Übertretung führt zu einem Strafpunkt, der den Strafpunktezähler erhöht. Die Höhe der jeweiligen Strafe wird vom aktuellen Stand des Strafpunktezählers bestimmt und steigt somit bei jedem Fehler. Eine längere fehlerfreie Zeit führt hingegen zu einer Reduktion des Strafpunktezählers, und damit wieder zu einer Verringerung der nächsten Strafe. Damit ist das System auf die langfristige Verbesserung des Verhaltens des Zöglings ausgelegt und dient insbesondere der Selbstdisziplin.

Hier ist es kostenlos erhältlich: https://sites.google.com/site/herbertmentor/disziplinsoftware

Wenn man einen Fehler begeht, erhält man einen Strafpunkt und muss sich bestrafen. Für jede weitere Verfehlung wird man dann strenger bestraft. Die Strafen sind Schläge mit der Kabelpeitsche, ab mehreren Strafpunkten dann zusätzlich Strafe Stehen und Schreibstrafen. Das System unterstützt die Umsetzung der eigenen Vorsätze ungemein.

Falls Sie mit dem Programm „Konsequente Erziehung“ bereits einmal begonnen haben sollten, dann aber doch nicht durchhielten, gibt es mit dem neuen Jahr einen guten Anlass, es nochmals zu versuchen: Lassen Sie von Ihrer Erzieherin/Ihrem Erzieher (bzw. von Ihrem 2. Selbst) den Strafpunktezähler zurücksetzen (damit vergisst das Programm alle Ihre bisherigen Verfehlungen und Sie beginnen einen neuen Lebensabschnitt mit Null Strafpunkten!), wählen Sie (vorerst) nur einen einzigen Vorsatz (oder ganz wenige Vorsätze) und formulieren Sie Ihre Ziele und Regeln sorgfältig.

  • In „Konsequente Erziehung“ hält man seine Vorsätze in den Regeln und in der täglichen Checkliste fest.

  • Die Disziplinarmaßnahmen bei Regelverstößen werden vom Programm im Strafbuch dokumentiert.

Viel Erfolg beim Verfolgen und Erreichen Ihrer Ziele, plus das ebenso nötige Glück im Neuen Jahr

wünscht Ihnen

Herbert


Meine Bücher:

Melanie muss abnehmen: BDSM – Erziehung und Disziplin

Melanie II: BDSM – Spiel und Ernst

https://www.amazon.de/Das-Internat-Erziehung-Erwachsene-BDSM-Roman/dp/151152765X/ref=as_sl_pc_qf_sp_asin_til?tag=herbertm-21&linkCode=w00&linkId=&creativeASIN=151152765X

Disziplinsysteme 3 – „Konsequente Erziehung“

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Angela, Boutiquebesitzerin in der Salzburger Innenstadt, ist wütend auf sich selbst. Soeben hat ihre beste Freundin sie angefaucht: „Man sollte bei dir die Erziehung gründlich nachholen – offensichtlich haben es deine Eltern verabsäumt, dir für dein unmögliches Benehmen gelegentlich den Hintern voll zu schlagen!“, bevor sie abrauschte und die Tür hinter sich zuknallte.

Auch keine nette Art,“ meint Angela. Aber so ganz unrecht hat Sabine ja nicht. Wieder einmal hatte sie ihr etwas versprochen und nun nicht gehalten.

Und Angelas Lebensgefährte hatte sich auch vor drei Wochen verabschiedet und gemeint, auf eine ständig zickige und nörgelnde Frau ab nun gerne verzichten zu wollen.

Das Schlimmste aber ist, findet Angela, dass sie in letzter Zeit auch mehrere Kundinnen vergrämt hat, mit schnippischen Bemerkungen, nicht eingehaltenen Terminen und mit Sturheit bei Reklamationen. Ihr Umsatz ist bereits im Sinken begriffen – und das mitten in der Festspielsaison. Wenn es so weiter geht, würde sie bald die Miete nicht mehr bezahlen können.

Früher war sie doch stets höflich gewesen, freundlich, ja zuvorkommend, aber in den letzten Monaten hatte sie sich wirklich gründlich verändert – und nicht zu ihrem Vorteil!

Vielleicht hat Sabine mit der Erziehung gar nicht so unrecht: Einer erfolgreichen Geschäftsfrau wagt niemand zu sagen, was sie zu tun hat oder was sie falsch macht. Und sie war sich selbst gegenüber wirklich allzu nachlässig geworden – sie ließ sich gehen.

Das muss wieder anders werden!“

Wo war denn gleich diese seltsame Annonce in der Zeitung – ah ja, hier:

Erziehungs-Institut

Was das wohl bedeutete? Bereits außerhalb der Stadt, keine Telefonnummer – hm, sie würde heute Abend einmal daran vorbeifahren.

Das Haus steht einsam da, das große Grundstück ist von einem hohen Zaun umgeben, das Gebäude hell erleuchtet. Angela findet es irgendwie aufregend und anziehend. Kurz entschlossen parkt sie nahe dem Gittertor, steigt aus und läutet.

Ja, bitte, Sie wünschen?“ kommt es über die Sprechanlage.

Ich habe Ihr Inserat gelesen und würde gerne mehr darüber erfahren!“

Bitte, kommen Sie herein!“

Angela wandert auf einem Kiesweg durch den parkähnlichen Garten, eine gut gekleideten Frau Anfang Dreißig öffnet ihr die Haustüre und führt sie in einen gemütlich eingerichteten großen Salon. „Nehmen Sie doch bitte Platz, der Herr Direktor wird Ihnen gerne Auskunft erteilen!“

Kurz darauf tritt ein groß gewachsener, schlanker Herr in dunkelgrauem Anzug ein und reicht ihr die Hand: „Bernhard Stock, ich bin der Direktor des Instituts,“ stellt er sich vor.

Angela springt reflexartig auf: „Angela Fürst, ich freue mich!“ kommt es fast schüchtern aus ihrem Mund.

Bitte, setzen wir uns doch – was darf ich für Sie tun?“

Ich kenne Ihr Inserat, aber viel habe ich daraus nicht entnehmen können – ich würde gerne mehr über Ihr Institut erfahren!“

Nun, das Institut besteht jetzt schon sechs Jahre, es beschäftigt sich mit der Verhaltensänderung bei Erwachsenen. Es werden zwei Vorgangs-Varianten angeboten.

Die eine ist das Internat. Wir betreuen hier derzeit 19 Zöglinge, Damen und Herren, die Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen verspüren, mit ihrem eigenen Verhalten unzufrieden sind oder sonstige Probleme mit ihrem Leben haben. Sie verbringen hier eine vorher vereinbarte Zeit von 3-12 Monaten, um ihre Verhaltensprobleme in den Griff zu bekommen. Wir definieren gemeinsam das individuelle Ziel und setzen zu seiner Erreichung Motivation und Strafe ein, insbesondere auch harte Arbeit und schmerzhafte Konsequenzen. Die Regeln sind sehr strikt, ihre Einhaltung wird scharf überwacht, und Verstöße werden unbarmherzig geahndet. Ich muss sagen, unsere Erfolge in der Verhaltensänderung beruhen im Wesentlichen genau auf dieser konsequenten Bestrafung jeglicher Abweichung.

Die andere Variante sind Wochenend-Workshops. Etwa einmal pro Monat veranstalten wir einen 3-tägigen Workshop, Freitag bis Sonntag. Dabei geht es um die Sensibilisierung für das eigene Verhalten, die Festlegung von Vorsätzen und Regeln und die Vorbereitung und Einstimmung auf die danach folgende Zeit der Selbstdisziplin. Dafür haben wir ein eigenes, dafür gut geeignetes PC-Programm, das wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars für die Begleitung ihres weiteren Lebens zur Verfügung stellen.“

Das klingt sehr interessant! Der Workshop – wann gibt es da Termine, und was kostet er? Und wie läuft die Sensibilisierung ab? Kann man auch aussteigen, falls es einem nicht behagt?“

Verhaltensänderung hat mit Erziehung zu tun, Erziehung mit Strafe und Strafe mit Unlust – jedes Fehlverhalten verursacht schmerzhafte Konsequenzen, so dass man dieses Fehlverhalten das nächste Mal vermeidet. Doch – im Gegensatz zum Internat, wo die Zeit vorher fixiert wird, – können Sie bei dem Workshop jederzeit aussteigen. Niemand wird Sie daran hindern abzubrechen – die Kursgebühr ist dann allerdings verfallen. Unsere Kosten entstehen weitgehend in der Vorbereitung und durch die Bereitstellung der Trainer, deshalb können wir bei einem Abbruch nichts refundieren.

Der nächste Workshop-Termin ist von Freitag 5. bis Sonntag 7. September. Die drei Tage kosten inklusive Übernachtung und Verpflegung 1.800,– Euro – nicht billig, das gebe ich zu, aber dafür arbeiten wir in Kleingruppen von maximal 4 Personen und stellen am 3. Nachmittag jedem Teilnehmer einen eigenen persönlichen Trainer zur Verfügung.

Das Internat ist im Verhältnis günstiger, denn die Zöglinge werden die gesamte Zeit über von uns zur Arbeit angehalten und ihr Verdienst deckt einen Großteil der Kosten ab. Somit bleibt nur eine Restzahlung übrig.“

Aha. Also vom Termin her ist der Workshop für mich interessant. Ich werde mir das Ganze aber noch überlegen. Bis wann muss ich mich entscheiden?“

Wir haben jetzt Mitte August – bis spätestens 1 Woche vorher, also bis 29. August müssten Sie das Seminar buchen und auch voll ausbezahlen.“

Gut, ich melde mich rechtzeitig, sofern ich teilnehmen möchte. Jedenfalls herzlichen Dank für Ihre Auskunft!“

Das ist ja selbstverständlich. Wir würden Ihnen gerne bei Ihren Problemen helfen!“

Die nächsten Tage und Nächte wälzt Angela die erhaltenen Informationen, ihren Ärger mit sich selbst und ihre Ängste vor dem unbekannten Verhaltenstraining. Strafen, Schmerzen – ja, sie hat von solchen Methoden gehört. Das spärliche Wissen erzeugt bei ihr Angst, aber auch ein Kribbeln im Bauch. Und da sind ja noch ihre Probleme mit Sabine, mit ihrem Ex und mit den Kunden. Offenbar ist sie zu einem widerlichen Arschloch geworden, das niemand gerne anfasst, und wenn doch, dann nur mit Handschuhen oder der Beißzange.

Gewiss, 1.800 Euro sind nicht wenig, noch dazu in ihrer derzeitigen Lage mit den beginnenden finanziellen Problemen. Doch wenn es hilft?

Was kann man sich realistischerweise davon versprechen?“ fragt sie sich, „und was sind anderseits die möglichen Gefahren?“

Angela recherchiert im Internet. Es gibt auf diesem Gebiet vielfältige Bedürfnisse, aber wenig nützliche Information. Das meiste zu Verhaltenstraining findet man in Psychologie-Foren – und beim Abrichten von Hunden. Dieser Zusammenhang gefällt ihr überhaupt nicht! Dann suchen noch etliche Leute einen Mentor, andere haben einen, mit dem sie unzufrieden sind, das ganze wird im Sado/Maso-Eck abgehandelt und seriöse Maßnahmen zur Verbesserung von Selbstdisziplin, sowie Infos über die Erziehung Erwachsener bleiben äußerst spärlich.

Die Zeit drängt – Angela lässt es auf einen Versuch ankommen…

Freitag, 5. September knapp vor 10 Uhr trifft sie beim Erziehungs-Institut ein.

Ihre Gruppe besteht aus vier Personen, 3 Frauen und ein Mann, die alle gut gekleidet und sichtbar gut situiert sind, aber ein bisschen verlegen wirken.

Der Trainer, Bernhard, erklärt die Vorgangsweise. Es wird den ganzen Tag über gesprochen und diskutiert, und zwar über möglichst kontroverse Themen wie Politik, Religion, Umwelt und vor allem über höchst Persönliches – jeder wird entblößt, verletzlich gemacht, soll die gegensätzlichen Meinungen spüren, aber trotzdem und auch in ermüdenden Marathonsitzungen regelkonform agieren: Preisgeben von Privatem, Zuhören ohne zu unterbrechen, Wertschätzen des anderen, kein Beschimpfen, Herabwürdigen oder Geringschätzen anderer Meinungen. Ein Zufallsgenerator auf Bernhards Laptop zeigt an, wer als nächster antworten bzw. beitragen muss.

Jede Übertretung von Regeln wird von Bernhard mittels Gelber oder Roter Karte angezeigt. Das bedeutet am 1. Tag: Der Gemaßregelte hat vorzutreten und sich bei dem Beleidigten zu entschuldigen, danach auch bei der Gruppe für die verlorene Zeit. Wer sich nicht entschuldigt, bleibt aus der Gruppe ausgeschlossen, bis er nachgibt – das heißt, alleine in einem Raum zu warten, ohne Essen oder Unterhaltung, bis man sich fügt – oder abbricht und den Workshop komplett verlässt.

Es wird ein mühsamer Tag. Die Themen sind explosiv. Der Zwang, Intimes hier öffentlich besprechen zu müssen, aber auch die seltsamen Ansichten der anderen machen Angela wütend, es ist ihr gänzlich unverständlich, wie man solch verschrobene Meinungen vertreten kann. Sehr bald handelt sie sich eine Rüge ein, weil sie zu Andreas sagt: „Das ist doch völliger Blödsinn, was du hier sagst!“

Empört und zornig benötigt sie eine ganze Weile, bis sie dann doch nach vorne geht und ihre Entschuldigungen herauspresst. Es bleiben an diesem Tag nicht die einzigen…

Aber immerhin schafft es Angela durchzuhalten. Sylvia hingegen wirft bereits am frühen Nachmittag das Handtuch: „So viel Unsinn habe ich noch nie in so kurzer Zeit gehört. Das ganze Vorgehen hier ist bescheuert, und ihr nervt mich alle so sehr, dass ich euch nicht länger ertrage!“ meint sie wütend und verlässt die Gruppe.

Am nächsten Tag wird geklärt, warum es Gelbe und Rote Karten gibt: Kleine Verfehlungen werden mit Gelb angezeigt und führen zu den bekannten Entschuldigungen, die Rote Karte aber steht ab sofort für eine zusätzliche Bestrafung.

Und alle in der Gruppe machen Fehler – spätestens dann, wenn Bernhard mit gezielten Provokationen nachhilft.

Angela kommt nach dem Mittagessen zu spät und handelt sich eine Gelbe Karte ein. Bald danach aber, bereits übermüdet, bemerkt sie kalt zu Nadine: „Du hast ja aber wirklich so gar keine blasse Ahnung von dem, was du sprichst!“

Bernhard hebt die Rote Karte: „Moment! Angela, das war höchst respektlos von dir. Es geht hier um den Umgang mit anderen Menschen, und jeder hat das Recht auf seine eigenen Ansichten und Vorstellungen. Das war eine grobe Unhöflichkeit, und dieses unerwünschte Verhalten bringt dir eine Strafe ein. Damit du das nächste Mal schon an die Folgen denkst, bevor du diesen Fehler wieder begehst, gibst du dir mit deiner Rechten – du bist ja Rechtshänderin, wie ich gesehen habe – zwei Schläge mit dem Lineal auf deine linke Handfläche, und zwar sehr kräftig!“

Angela wird bleich, schluckt und überlegt fieberhaft. Soll sie sich wirklich hier vor allen anderen selbst schlagen? Soll sie nicht besser schleunigst abhauen?

Aber was dann – dann war alles bisher umsonst, und ihre Probleme sind noch dieselben wie zuvor.

Alle warten. Niemand spricht. Langsam tritt Angela vor. Schweiß bricht ihr aus. Sie ist nahe daran, loszuheulen.

Bernhard tritt auf sie zu und gibt ihr ein 30 Zentimeter langes Holzlineal in die Hand. „Es ist zu deinem Besten,“ meint er, „bring es hinter dich. Und lerne daraus!“

Angela holt aus und trifft ihre linke Handfläche. Ihr Gesicht verzerrt sich sofort, sie schreit auf – das sind ja unglaubliche Schmerzen! Nie hätte sie gedacht, dass ein Schlag mit diesem kurzen und dünnen Lineal diese Wirkung hat.

Ok,“ sagt Bernhard, „nun den zweiten Schlag!“

Angela sieht ihn entsetzt, dann bettelnd an. Bernhard wartet.

Nach langer Zeit holt Angela wieder aus und schlägt nochmals zu, krümmt sich, keucht und schiebt die wie Feuer brennende Hand in die rechte Achselhöhle.

Ja, ich denke, das war ausreichend. Nun die Entschuldigungen.“

Angela, mit Tränen in den Augen, stammelt: „Nadine, verzeih mir, bitte!“ Und an die Gruppe: „Entschuldigt bitte meine Unhöflichkeit!“

Und sie nimmt sich vor, ab sofort selbst mit der größten Wut im Bauch genau zu überlegen und sehr auf ihre Worte zu achten.

Am 3. Tag geht es ausschließlich um die eigenen Ziele und Vorsätze. Dazu kommen zwei zusätzliche Moderatoren in die Gruppe, sodass nun jede(r) einen persönlichen Betreuer hat. Die beiden neuen Mentoren kümmern sich um Nadine und Andreas, Angela wird weiterhin von Bernhard gecoached. Jedes Team sucht sich ein eigenes Zimmer, ab sofort geht es ausschließlich um die individuelle Lebenssituation und deren Bewältigung.

Angela und Bernhard analysieren Angelas Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen. Welche Regeln können zur Verbesserung beitragen? Was ist rasch abstellbar, was erfordert eine stufenweise Vorgangsweise? Welche Hilfen können unterstützen?

Bernhard zeigt Angela das in den Vorgesprächen erwähnte PC-Programm mit dem Namen „Konsequente Erziehung“: „Das Programm dient zur konsequenten Kontrolle und Bestrafung von Verfehlungen, hat vielerlei Einstellmöglichkeiten, ist jedoch so gestaltet, dass es auch ohne große Anpassungen sofort benützt werden kann.

Die festgelegten Regeln sind strikt einzuhalten. Jede Übertretung führt zu einem Strafpunkt, der den Strafpunktezähler erhöht. Die Höhe der jeweiligen Strafe wird vom aktuellen Stand des Strafpunktezählers bestimmt und steigt somit bei jedem Fehler. Eine längere fehlerfreie Zeit führt hingegen zu einer Reduktion des Strafpunktezählers, und damit wieder zu einer Verringerung der nächsten Strafe. Damit ist das System auf die langfristige Verbesserung des Verhaltens des Zöglings ausgelegt und dient insbesondere der Selbstdisziplin.“

Dann besprechen Angela und Bernhard Ziele und Regeln:

Sehr wichtig ist die erste Regel: Das tägliche Melden. Die regelmäßige Erinnerung an Ziele und Regeln ist wirklich sehr wirksam. Darum empfehle ich auch, sich täglich die Regeln anzuzeigen. Das geht über Menü ‚Regeln/Regeln anzeigen‘.“

Sie einigen sich auf die folgenden Vorschriften:

Ziel ist Angelas umfassend verbessertes Benehmen allen Mitmenschen gegenüber, 
insbesondere zu ihrem Partner, zu Freundinnen und zu Kunden.

1.) Angela muss sich täglich bei 'Konsequente Erziehung' melden! 
     (Nicht-Melden führt zu einer automatischen Straffestsetzung durch das Programm.)
2.) Täglich Sport zur Verbesserung der Ausgeglichenheit – mindestens 30 Minuten joggen!
3.) Keinerlei schlechtes oder zickiges Benehmen! 
4.) Keine Unhöflichkeit – weder gegenüber Bekannten noch gegenüber Kunden.
5.) Jedes Versprechen ist einzuhalten!
6.) Du darfst keinen Schaden verursachen (z.B. zerbrochene Tasse, Mahnung 
     wegen nichtbezahlter Rechnung, Beschädigung,...)
7.) Alle verpflichtenden Aufgaben sind zu erfüllen, Faulheit wird nicht toleriert!
8.) Nach einer Verfehlung keine Masturbation, kein Orgasmus bis 48 Stunden 
nach der vollständigen Ausführung der Strafe.

Nun zeigt Bernhard Angela die Bedienung und den Ablauf des Programms.

Kabelstriemen

Täglich melden heißt wirklich, sich zumindest einmal täglich zu melden! Also

  • Aufrufen des Programms, und

  • dann Drücken des Buttons ‚Meldung ohne Fehler‘ –

  • oder Eintragen einer Verfehlung und Drücken des Buttons ‚Verfehlung eintragen‘. Falls mehr als ein Fehler begangen wurde, können weitere Verfehlungen eingetragen werden, auch zu einem späteren Zeitpunkt.

Du kannst das Programm auch öfters am Tag aufrufen und dir die Regeln, das Strafbuch oder die offenen Strafen ansehen, oder ausgeführte Strafen quittieren. Eine pragmatische Vorgangsweise kann aber auch etwa so aussehen:

Du vereinbarst mit dir selbst:

  • Aufrufen von „Konsequente Erziehung“ täglich z.B. vor dem Abendessen (oder auch danach)

  • Ansehen der gültigen Regeln

  • gegebenenfalls Eintragen von Verfehlungen oder

  • Button „Meldung ohne Fehler“ anklicken.

  • Falls danach noch Verfehlungen passieren sollten, werden diese vereinbarungsgemäß am nächsten Tag berichtet (aber dann nicht vergessen!!)“

Ja, das lässt sich gut in meinen Tagesablauf integrieren!“

Das Programm legt die Strafe für jede Übertretung fest – Strafe dient einfach dazu, dass du dir dein falsches Verhalten abgewöhnst!

Die Strafen gibst du dir selbst und kennzeichnest danach deren Ausführung im Programm. Eingestellt ist eine Prügelstrafe mit einem Elektrokabel, sowie ab 5 Strafpunkten zur Verschärfung eine Stand- und eine Schreibstrafe. Ab 10 Punkten kommt noch eine Bastonade, besonders schmerzhafte Schläge auf die Fußsohlen hinzu. Das Kabel auf dein Hinterteil wirkt ähnlich wie Schläge mit einem Rohrstock – wer diese Prügelstrafe kennengelernt hat, findet sie durchaus furchterregend, und vor weiteren Regelübertretungen abschreckend!

Halte den Fälligkeitstermin für die vollständige Ausführung jeder genau Strafe ein – sonst wird es noch unangenehmer!

Strafen, die vollstreckt sind, quittierst du am besten gleich beim Programmstart, da hier als erstes ohnedies die offenen Strafen angezeigt werden. Möglich ist es aber auch später über Menü ‚Strafbuch/Offene Strafen anzeigen‘.

Nach frühestens einem Monat kannst du dann deine Ziele anpassen und die Regeln nachbessern, eventuell verschärfen – ganz entsprechend deinen bis dahin erzielten Fortschritten.

Viel Glück – halte durch, es lohnt sich wirklich!“

Bernhard gibt Angela das Programm auf USB-Stick mit – der Workshop ist zu Ende.

Montag Vormittag steckt Angela den Stick an ihren Computer und startet „Konsequente Erziehung“. Da ist es wieder, dieses Kribbeln im Bauch…


Die Software „Konsequente Erziehung“ ist online:

https://sites.google.com/site/herbertmentor/disziplinsoftware

Erfahrungen, Probleme, Fehler bitte melden!

Bücher über Selbstdisziplin und die Erziehung Erwachsener gibt es hier:

https://sites.google.com/site/herbertmentor

Herbert

PS: Mittlerweile ist diese Geschichte in abgewandelter Form als Teil dess Buchs Das Internat – Erziehung für Erwachsene erschienen.