Knebel / Mundbirne / Würgepflaume…

Nur für Erwachsene – BDSM – Erotik

ACHTUNG: Knebel sind höchst gefährlich!

  • Die parallel übliche Fesselung birgt ein schon öfter angesprochenes Risiko.
  • Es besteht zusätzlich die Gefahr, Teile des Knebels zu verschlucken.
  • Vor allem aber besteht Erstickungsgefahr am Gerät selbst, an Teilen davon oder an Erbrochenem.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Es existiert eine Vielzahl an Knebeln – im Internet wird man rasch fündig.

Bei meiner Recherche über die diversen Varianten von Knebeln bin ich schnell im Mittelalter gelandet.

Offenbar unterschied man eine ganze Reihe verschiedener Geräte, die man heute aber oft in einen Topf wirft.

So fand ich oft synonym verwendete Bezeichnungen von abgebildeten Geräten, wie etwa

  • Mundbinde

  • Mundbirne

  • Würgebirne

  • Mundpflaume,

die ursprünglich sicher verschieden aussahen und unterschiedliche Wirkung hatten.

Mittels Mundbinde, die auch in der Psychiatrie lange Zeit Verwendung fand, wurde der Mund und vielleicht auch teilweise die Nase abgedeckt. Die Anwendung ist wohl am ehesten mit dem Verschließen des Mundes mittels Klebeband zu vergleichen. Die Luft reichte in völliger Ruhe gerade noch aus – bei Erregung oder Bewegung entstand sofort Lufthunger. Nach verschiedenen Berichten sind etliche Personen daran erstickt.

Die Mundbirne hingegen war ein Hebelapparat, der den Mund aufzwängte, und offenbar auch das Kiefergelenk ausgerenken oder brechen konnte.

Zu den Begriffen Würgebirne und Mundpflaume konnte ich nichts wirklich Schlüssiges finden.

Bei einer Ausstellung erblickte und fotografierte ich in der Folterkammer unlängst folgendes Gerät:

Ausstellung

Nachher fand ich im Internet – als Teil einer anderen Ausstellung – ein Bild eines weiteren, fast gleichartiges Knebels. War dieser Typ so wirksam, dass man ihn in einer Art Serienfertigung erzeugte?

Doch wie könnte dieses kleine Ding denn überhaupt wirken?

Ich habe mir dereinst einen Ballknebel selbst gemacht: Ich durchbohrte vorsichtig einen Hartgummiball aus dem Spielzeugladen (in der Erwartung, dass die Materialien für Kleinkinder wohl automatisch „mundgerecht“ ausgeführt sind) und befestigte ihn mittels Bolzen, Beilagscheiben und Muttern an einem Lederband.

Ballknebel

Im Vergleich zu dem mittelalterlichen Instrument ist der Ball größer als die Kapsel des Foltergeräts und dringt dadurch auch tiefer in den Mund ein. Dennoch empfinde ich den Ballknebel nicht als besonders schlimm. Er ist vor allem dadurch unangenehm, dass einem dauernd der Speichel aus dem Mund rinnt.

  • Wie also könnte der Folterknebel gewirkt haben?

  • Warum hat man Löcher in die Kapsel gebohrt?

  • Wozu dient das etwa 3 bis 4 cm lange Rohrstück gegenüber der Kapsel?

Meine Überlegungen führten zu den folgenden Schlüssen:

a) Vermutlich wurde der Apparat mit Kraft festgeschnallt, sodass durch die eiserne Spange ein heftiger Schmerz in den Mundwinkeln entstand (wie durch eine Kandare bei Pferden).

b) Möglicherweise war in dem Rohrstück ein Schraubmechanismus oder eine Feder eingebaut, die die Kapsel noch einige Zentimeter tiefer in den Mund hinein drückte, als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Die Kapsel würde dadurch bis hinten in den Rachen geschoben und – trotz ihrer Kleinheit – den Rachen verschließen. Dann konnte man nur mehr durch die Löcher atmen.

Ich habe so ein Gerät zum Teil nachgebaut: Im Test verwende ich ein Tee-Ei aus INOX-Stahl, das ja ebenfalls Löcher besitzt. Es wird mittels einer verschraubten Verlängerung aus einem Teil eines Flaschenkorkens an einem Stück Lochband befestigt und kann damit soweit in den Mund eingeschoben werden, dass es hinten am Rachen ansteht und die Atemluft durch die Löcher pfeift.

Würgepflaume

Es tritt sofort ein Würgereflex ein, und der entstehende vehemente Brechreiz und das krampfartige Würgen werden immer heftiger – das war wohl so beabsichtigt!

Auf Grund seiner Größe und Wirkung würde ich das Instrument somit als Würgepflaume bezeichnen.

Das Ergebnis des Versuchs:

Das Ding war als Folterinstrument wohl recht wirkungsvoll: Man fühlte sich oder war auch tatsächlich dauernd nahe am Erbrechen und am Ersticken – wahrlich kein angenehmer Zustand! Das Teufelszeug ist dabei höchst effektiv – und damit als normaler Knebel oder zur Selbstdisziplin leider völlig ungeeignet: Wer findet schon Spaß daran, an seinem Erbrochenen zu ersticken?

So gibt es bei der Suche nach interessanten Konzepten für BDSM auch immer wieder Sackgassen,

bedauert

Herbert


In meinen Bücher findet man Geschichten mit gut verwendbaren Strafinstrumenten und Strafstellungen.

Infos: „Melanie muss abnehmen“ + „Melanie II“ + „Das Internat – Erziehung für Erwachsene“