Sichtbare Strafen I

Nur für Erwachsene – BDSM – Erotik


VORSICHT: Die private „Bestrafung“ eines Menschen, selbst mit seinem vollem Einverständnis oder gar „auf Verlangen“, aber auch jede Form der Selbstbestrafung sind rechtlich heikel. Ich möchte gar nicht näher auf „Körperverletzung“, „Selbstbeschädigung“, „Sittenwidrigkeit“ oder dergleichen eingehen, da diese Sachverhalte und das Verbot oder das Tolerieren solcher Handlungen in den einzelnen Ländern ganz verschieden betrachtet werden (und mittlerweile gibt es Leser dieses Blogs in über 80 Staaten). Falls bestimmte Handlungen bei Ihnen verboten sind, heiße ich sie auch keineswegs gut (mittlerweile ist ja selbst dies bereits verboten).

Sie selbst müssen eben – das ist auch in diesem Bereich wichtig – stets wissen, was Sie dürfen und was nicht!


Liebe Leserinnen und Leser!

Es gibt mehrere Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdbestrafung, etwa

  • die Demütigung, dass andere Macht über einen besitzen,
  • die Beschämung vor Fremden und / oder Freunden und
  • die Angst vor dem Gespött der nicht-vergessenden Leute.

Manche Menschen vermeiden jegliche öffentliche Erniedrigung peinlichst genau, andere hingegen finden sie erregend oder brauchen sie sogar gelegentlich und in unterschiedlichem Ausmaß.

  • Zum einen berührt das heutige Thema also die wiederholt geäußerte Frage, wie man sich im Bereich der Selbstdisziplin selbst wirksam bestrafen kann, ohne dass es Vanilla-Partner, Bekannte oder sonstige Personen erkennen können. Dabei geht es eben darum, sichtbare Strafen zu vermeiden. Ich habe bereits mehrfach über unsichtbare, unhörbare und nicht erkennbare Strafen in Blogbeiträgen (1) und Büchern (2) geschrieben.

  • Zum anderen wurden seit alten Zeiten vielfach demütigende, beschämende Strafen verhängt, da man sich eine Besserung der Schuldigen durch die strafverschärfende Schande einer öffentlichen Bestrafung erhoffte.

Das Thema der Demütigung ist sehr umfangreich und kann ganze Bücher füllen. Jedenfalls sind dabei auch kulturelle Hintergründe gut zu bedenken: Für den einen sind Ohrfeigen ganz normal, bei einem anderen löst(e) eine einzige bereits einen Krieg aus.

Der Bogen „sichtbarer Strafen“ spannt sich von der

  • Drohung mit öffentlicher Beschämung, über

  • Strafen, die im Beisein anderer Personen vollstreckt werden,

  • Strafen, die anderen bekannt werden könnten – etwa auffällige Restriktionen, wie Hausarrest für jemanden, der an diesem Wochentag regelmäßig seine Freunde trifft, über

  • Spuren, die dazu führen, die Öffentlichkeit zu meiden (mit Spuren im Gesicht bleibt man wohl lieber ganz zu Hause, mit Striemen auf den Schenkeln überlegt man sich den Besuch von Freibad oder Sauna gut), das

  • öffentliche Bekanntmachen von Vergehen und Strafen, bis zu

  • nicht zu verbergenden Kennzeichnungen (Halsband / Nasenring / Handkette / …). Bleibende Körperschäden sollten jedenfalls – bei anderen Personen, aber auch bei sich selbst – grundsätzlich tabu sein!

Aber auch andere Zeichen, wie

  • Erbsen oder Reis, die in der Ecke liegen, wenn Besuch kommt;

  • das Smartphone, das stets unentbehrlich und ständig in Gebrauch ist, nun aber plötzlich tagelang nicht verwendet wird;

  • Fasten, wenn die anderen essen;

  • Sitzprobleme;

  • stundenlanges Joggen für sonst mäßig Aktive;

  • kein Auto für einige Zeit (sind es Flensburg-Punkte oder ein selbst oder von jemand anderem verhängtes Autoverbot?);

lassen eine Bestrafung und eine Dominanz-Beziehung vermuten. Meist erfolgt die Beherrschung durch jemand anderen. Doch lässt sich eine solche Demütigung natürlich auch selbst gezielt herbeiführen. Und das ist durchaus einer der Vorteile von Selbstdisziplin: Man kann die Schmach genau so auswählen und dosieren, wie man sie erträgt und selbst gerne möchte.


Über unsichtbare / unhörbare / nicht erkennbare Strafen gibt es Beiträge

(1) in den Blogs: Der Fremdwährungskredit – die Tagesstrafe und Erzieherische Mittel,

(2) sowie in den Büchern:

Hier nun aber eine Erzählung zu einer „sichtbaren Strafe“.


 

Die Unbekannte

An einem der heuer bei uns so wunderbar warmen Septemberwochenenden besuchte mich Melanie wieder einmal, und wir gingen in der angenehmen Nachmittagsstimmung gemeinsam spazieren. In einem aufgelockerten Wohngebiet mit vielen Grünflächen fasste mich Melanie plötzlich am Arm: „Hast du das gesehen?“

„Was meinst du?“

„Diese Frau dort,“ wies mir Melanie mit einer fast unmerklichen Kopfbewegung die Richtung.

Auf einem Balkon, im 1. Stock eines Hauses, etwa 25 Meter von uns entfernt, stand eine junge Frau. Die aus undurchsichtigen Platten bestehende Balkoneinfassung verdeckte Beine und Unterleib, nur ihr Oberkörper blieb für uns sichtbar. Die Frau hatte lange, braune Haare, war normal gekleidet und stand regungslos mit dem Gesicht zur Wand, von der sie ein Stück Abstand hielt.

„Ah, ja, ich komme hier fast täglich zweimal vorbei – in der Früh und am Abend – , und diese Frau steht immer wieder dort auf dem Balkon, etwa ein- oder zweimal innerhalb von 14 Tagen. Meist steht sie genau so wie jetzt: Ohne Bewegung und zur Wand gekehrt. Für wie lange, kann ich nicht sagen – wenn ich abends wieder zurückgehe, ist sie jedenfalls regelmäßig vom Balkon verschwunden.“

„Bestraft sie sich selbst oder wird sie dazu gezwungen?“

„Ich habe keine Ahnung. Es ist ziemlich offenkundig, dass sie dort zur Strafe steht, doch ob das ihr eigener Wunsch ist oder ob ihr das befohlen wird – wer weiß? Auch wofür sie sich bestraft oder bestraft wird, kann ich natürlich nicht sagen.

Einmal stand sie auch mit dem Gesicht in Richtung Straße, Augen geschlossen, ein anderes Mal sah ich nur den Kopf oberhalb des Geländers – offenbar kniete sie, aufrecht und ohne auf den Fersen zu sitzen. Und ein weiteres Mal, als ich vorbeikam und dachte: ‚Ah, heute ist sie nicht ausgestellt,‘ erkannte ich eine kleine Bewegung: Ihr Hinterteil ragte nur knapp über die Brüstung und – ja, es war nackt. Vielleicht führte sie Murgha aus, wahrscheinlich aber eher ein ‚Beine gestreckt, Finger an die Zehen‘, was eben dazu führte, dass ein kleiner Teil ihres nackten Hinterns oberhalb des Geländers sichtbar blieb. Gerade, als ich darüber grübelte, ob ihr das eigentlich bewusst war, läutete eine Glocke oder ein Wecker, und die Frau richtete sich langsam auf. Sie war gar nicht nackt, sondern trug ein Kleid, das ihr allerdings offensichtlich beim Bücken nach unten bis über den Kopf gerutscht war, nun aber wohl wieder über ihre Blöße herabfiel und diese verdeckte. Die Bestrafte drehte sich um und verließ den Balkon.

Du siehst, es ist eine interessante Gegend: Gar nicht so selten werde ich hier Zeuge von Pranger-Stehen oder öffentlichem Knien, wenn auch die Entfernung groß genug ist, dass man das Gesicht der Frau nicht genau sehen kann. Doch an ihrer Figur, den Haaren und der Art ihrer Bewegung erkenne ich sie sehr wohl wieder, wenn sie gelegentlich dort drüben durch den Park joggt.“

Als wir beim Zurückgehen wieder an dem Haus vorübergingen, kam uns gerade eine Frau in raschem Tempo entgegengelaufen und bog dann um die Ecke in die nächste Gasse – ohne Zweifel war es die Unbekannte, die wir zuvor auf dem Balkon beobachtet hatten.

„Komm, setzen wir uns doch dort ins Café, ich bin gespannt, ob wir sie nochmals wiedersehen,“ meinte Melanie.

Wir fanden einen Tisch mit dem perfekten Ausblick: Von dort konnten wir sowohl die Stelle gut überblicken, an der die Frau soeben vorbeigelaufen war, als auch ihren Balkon.

Tatsächlich lief sie nach etwa 3 oder 4 Minuten in hohem Tempo wieder an uns vorüber. Da sie noch öfters an uns vorbei kam, war bald klar: Sie musste um den Häuserblock Runden laufen. Und da sie dabei auch wiederholt mit raschem Blick auf die Uhr ihre Rundenzeiten kontrollierte, bestand ihre Strafe wohl nicht nur darin, eine bestimmte Strecke zu laufen, sondern dies zusätzlich innerhalb einer vorgegebenen Zeit. So rannte sie angestrengt keuchend und schwitzend regelmäßig an uns vorüber, mit glühendem Gesicht und erkennbar immer größerer Mühe.

Nach etwa 50 Minuten kam sie dann nicht mehr wieder – die Strafe war wohl beendet.

Melanie zweifelte: „Bist du sicher, dass das eine öffentliche Bestrafung war, oder bilden wir uns das bloß ein? Die Dame trainiert vielleicht für den Marathon, und auf dem Balkon übt sie gelegentlich ihre Yogastellungen.“

In diesem Moment hörte man aus der Richtung der offenen Balkontüre ein unklares Klatschen, einen verhaltenen Schrei und anschließend leises Wimmern, das aber rasch verklang. Bald darauf betrat die Frau den Balkon und kniete nieder – Gesicht zur Straße und Augen geschlossen.

„Tja,“ meinte Melanie, „es war wohl doch kein Training und kein Yoga. Sie hat sich zwar mächtig angestrengt, die befohlene Strafarbeit wurde aber anscheinend dennoch nicht zur Zufriedenheit ausgeführt.

Es würde mich schon brennend interessieren, wer diese Frau ist und wofür sie diese Strafe verbüßt. – Nun, sie selbst wird es wohl wissen, denn wenn ich Prügel beziehe, dann kenne ich ja auch stets ganz genau den Grund dafür. Eigentlich schade: Wir werden den ihren wohl nie erfahren.

Hm, da wir über ’sichtbare Strafen‘ sprachen: Dazu kann ich dir gleich etwas ganz Aktuelles berichten – selbst erlebt und selbst erlitten!“

„Ah, da bin ich schon sehr gespannt.“

Und nun erzählte mir Melanie ausführlich über ihr schmerzhaftes Erlebnis und über die folgenden Einschränkungen durch eine harte, sichtbare Strafe (1).

Als wir 45 Minuten später das Café verließen, kniete die Unbekannte immer noch auf dem Balkon.


(1) Melanies Erzählung können Sie hier in der Story „Sommerstrafe“ lesen.

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