Viktorianische Fingerfessel

Nur für Erwachsene – BDSM – Erotik

Liebe Leserin, lieber Leser,

Was ist das?

Nun, das ist die schematische Zeichnung einer viktorianischen Handfessel, genannt „finger stocks“.

Die beiden Teile wurden aus dünnem Holz gesägt, die 8 Löcher waren für die Finger der Hände (außer Daumen) bestimmt.

Fotos zu verschiedenen, hübschen Ausführungen finden Sie im Web, z.B. hier

http://www.objectlessons.org/childhood-and-games-victorians/finger-stocks-victorian-replica/s67/a963/

oder hier

http://www.pinterest.com/pin/107242034849714945/

Das war ein geniales Gerät:

Die Finger werden am Rücken in die Fessel gesteckt, und diese funktioniert vollautomatisch:

Die Finger stecken zwar in den Löchern nicht wirklich fest, die Löcher sind groß genug, dass die Gelenke problemlos hindurch gehen. Die beiden Platten sind jedoch bis über die 2. Fingergelenke geschoben, das Gerät sitzt auf den Fingern somit dort, wo man Ringe trägt. Dadurch, dass die beiden Holzteile durch ein seitlich montiertes Band oder eine Schnur zusammenhängen, kippen die Teile beim Versuch, die Finger herauszuziehen, und die Knöchel kommen jetzt nicht mehr durch die Löcher. Man ist gefesselt!

Ein Herausziehen der Finger ohne fremde Hilfe ist nahezu unmöglich. Und falls der Delinquent dennoch einen Versuch unternimmt, drohen ihm sofortige Prügel.

Wenn jemand anderer jedoch die Teile gerade festhält, sodass sie nicht kippen, können die Finger ganz leicht wieder herausgezogen werden. Das Gerät bietet somit eine schnelle Fesselmöglichkeit, ohne einen Knoten binden zu müssen und ohne Blutabsperrung an den Handgelenken.

Mir fiel diese Fessel vor längerer Zeit auf, und ich überlegte, wie man sie für eine Selbstfesselung adaptieren könnte.

In Melanie muss abnehmen: BDSM – Erziehung und Disziplin habe ich eine Fesselschlinge beschrieben, die man gut für die Selbstfesselung einsetzen kann. Selbst eine Spread-eagle-Fesselung ist damit möglich.

Den Gedanken habe ich auf die Finger Stocks übertragen und einen Öffnungsmechanismus eingebaut, für den dieselbe Überlegung gilt, wie für die Fesselschlinge in „Melanie muss abnehmen“: Im Notfall kann man jederzeit den Verschluss öffnen, doch im Normalfall darf man sich erst befreien, wenn die Strafzeit abgelaufen ist, sonst gibt es einige klatschende Hiebe mit der Tawse auf die Finger, und die Strafzeit beginnt von Neuem!

Ich begann, mit einem Magnetverschluss zwischen den beiden Teilen zu experimentieren. Dieser muss stark genug sein, dass er nicht zufällig aufgeht, aber schwach genug, dass man ihn jederzeit aufreißen kann.

Der Magnetverschluss einer Halskette war zu schwach: Man musste höllisch aufpassen und die Finger still halten, sonst sprang der Verschluss auf.

Schließlich entstand das folgende Modell:

Verwendet wurden:

  • 1 leere, ausgewaschene Haushaltsreiniger-Flasche (im Bild noch halb gefüllt…)

  • 1 Magnetverschluss für Kastentüren aus dem Baumarkt (4 kg Haltekraft)

  • 10 cm Schnur

  • 2 Schrauben, 2 Beilagscheiben, 2 Muttern

Aus Vorder- und Rückseite der Flasche schnitt ich mit einer Schere je ein Rechteck von 6 x 13 cm. Das Vorzeichnen der Löcher gelingt besser (aber auch nicht gut) auf der Seite, wo das Papier darauf klebt.

Die Löcher für die Finger sind naturgemäß individuell zu dimensionieren. Man orientiert sich am stärksten Finger, üblicherweise der Mittelfinger, und schneidet alle Löcher gleich groß. Der Mittelfinger soll gut durchpassen. Für mich sind 22 mm-Löcher ideal: Wenn ich eine 5 Cent-Münze auflege und mit dem Stift herumfahre, habe ich genau die richtige Lochgröße für meine Finger.

Das Material ist insofern angenehm zu bearbeiten, als es zäh ist, fest, und sich dennoch die Löcher mit einer Nagel- / Hautschere schneiden lassen.

Der erste Zuschnitt:

 

Nach dem Ausschneiden der Löcher mit einer Nagelschere, dem Ausfeilen mittels einer Halbrundfeile und der Montage des Magnetverschlusses mittels zweier kleiner Schrauben (auf der Rückseite befinden sich Beilagscheiben und Muttern) nun das Ergebnis:

Es gäbe verschiedene Möglichkeiten, die Verbindung zwischen den beiden Platten herzustellen. Nach einigen Versuchen war die Einfachste diese:

Wenn man die Schnur zwischen den beiden Magnetpolen einlegt und das Eisenplättchen darüberlegt, sind die beiden Platten verbunden, und die Fessel ist geschlossen.

Und so sieht der Ablauf in der Praxis aus:

  • Die Fessel wird geschlossen, indem die beiden Platten verbunden werden (siehe die beiden vorherigen Bilder).

  • Man schiebt nun eine Hand in die Löcher ein (die Hand ist dabei nach außen gedreht) und

  • bringt dann beide Hände hinter den Rücken.

  • Hier werden die Finger der anderen Hand ebenfalls bis über die Knöchel in die richtigen Löcher geschoben (beide Hände zeigen nun nach außen). Damit sind sie fixiert.

Bei Bedarf oder am Ende der Strafzeit genügt ein stärkeres Auseinanderziehen der Hände, um mit der Schnur das Eisenplättchen vom Magnet abzureißen und damit die Fessel zu öffnen.

Nach ein wenig Verschönerung sehen Sie hier nun die voll funktionsfähigen, „authentischen“, viktorianischen Finger Stocks für Selbstfesselung:

Selbstverständlich kann man das Ganze auch tatsächlich aus Holz aussägen und die Löcher sägen oder bohren – es gibt z.B. auch Bohrer mit 22 mm Durchmesser. Da die Holzplatten dicker sind (etwa 5 Millimeter), ist die Lochgröße unkritischer, da sich beim Kippen das Loch noch stärker verkleinert.

Falls diese Fessel aber zu viel Mühe macht: Noch einfacher ist die Fesselschlinge in „Melanie muss abnehmen: BDSM – Erziehung und Disziplin“. Und sie ist ebenso effektiv

meint

Herbert

4 Antworten auf „Viktorianische Fingerfessel“

    1. Hallo Piet,
      tut mir leid, dass es länger gedauert hat – doch die Nadel in über 150 Spam-Mails zu finden…
      links sind nun korrigiert!
      Gruß
      Herbert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.