Bemühen vs. Erfolg

[Der Blog sowie die Bücher, auf die Bezug genommen wird, sind nur für Erwachsene bestimmt. Alle Personen in den angesprochene Büchern sind ebenfalls Erwachsene, die ihr eigenes Verhalten verändern wollen.]

Hier folgt eine Vorschau auf ein soeben entstehendes Kapitel im Buch Melanie II. Naturgemäß kann sich daran in den nächsten Wochen auch noch etwas ändern…

Natalie, eine Freundin Melanies, ist auf Besuch.

Klavier

Natalie ist ganz eifrig. „Kann ich das System nicht auch beim Klavierspielen einsetzen? Wenn ich einen Fehler mache, bestrafe ich mich und gewöhne mir so ein genaues Spiel an.“

Das ist ganz falsch! Du sollst Spaß am Klavierspielen haben, nicht Angst davor! Und wenn du Spaß daran hast, gibst du ohnedies automatisch dein Bestes! Das einzige, was du hier zielführend sanktionieren kannst ist, wenn du nicht übst. Für Nicht-Üben ist eine Strafe angebracht, denn dies verhindert den erwünschten Fortschritt. Alles andere aber erzeugt nur Auftrittsangst!“

Natalie lächelt: „Nun gut, ich werde mich ab sofort wieder ’normal‘ benehmen und mich nur fürs Zu-Spät-Kommen und fürs Faulenzen bestrafen.“

Was du noch tun kannst, ist, das Üben mit einer Belohnung zu koppeln, oder besser gesagt mit einem Privileg, oder einer Annehmlichkeit. Also: Zuerst üben, dann gibt es Abendessen: Kein Üben – kein Abendessen! Oder zuerst üben, dann darfst du Fernsehen: Kein Üben – kein Fernsehen!

So kann man gut strukturierte Gewohnheiten bilden: Erst nach dem morgendlichen Turnen gibt es Frühstück. Erst nach dem Joggen gibt es wieder Kaffee. Erst nach dem Zusammenräumen gibt es Mittagessen. Erst wenn alles weggeräumt ist, darf man auf dem PC spielen oder schlafen gehen oder sonst etwas.

Diese Methode weckt zwar nicht unbedingt Begeisterung für ungeliebte Tätigkeiten, aber durch die regelmäßige Kopplung der Tasks gewöhnt man sich an die gewünschten Abläufe, und man wird die darin eingebauten Tätigkeiten nicht so leicht aufschieben.

Je regelmäßiger die Abläufe eingehalten werden, desto rascher und fester prägen sie sich ein. Doch ist dabei natürlich trotzdem Flexibilität vonnöten, denn jeder hat andere Randbedingungen in seinem Tagesablauf und muss seine Handlungen bei Bedarf an veränderte Umstände und kurzfristige Notwendigkeiten anpassen. Da zeigt sich aber auch, dass niemand anderer so genau die Situation kennt und den Ablauf überwachen kann, wie man selbst – ein wesentlicher Vorteil der Selbstdisziplin.

Das bringt mich zu der Frage, was man bewerten soll: Einsatz oder Ergebnis? Was soll man sanktionieren: Faulheit oder Versagen?“

Ja, diese Frage stelle ich mir auch oft. Wenn ich Klavier übe, ist es wichtig, das Üben optimal zu planen und mich intensiv zu konzentrieren und zu bemühen. Wenn ich auftrete, zählt aber nicht die ganze Arbeit davor, er zählen weder Anstrengung noch Einsatz, sondern nur, ob ich künstlerisch und technisch erfolgreich bin.“

Genau. Wobei das Bemühen von außen ja gar nicht leicht zu kontrollieren ist, das Ergebnis aber schon. Anderseits ist das Gelingen von Vielem abhängig, auch von Zufällen. Aber gerade bei Auftritten ist es fatal, einen Misserfolg oder Fehler zu bestrafen. Ich kenne Künstler, die ihre beginnende Karriere abbrechen mussten, weil sie immense Auftrittsangst entwickelten – höchstwahrscheinlich, weil sie für Fehler bestraft worden waren. Vernünftiger wenn auch schwieriger ist es, das Bemühen abzuschätzen und zu bewerten, der Erfolg wird sich bei ausreichender Anstrengung dann schon einstellen. Und für sich selbst kann man ja sehr gut beurteilen, ob man nur gewartet hat, bis die ‚vorgeschriebene‘ Zeit vergeht, oder ob man intensiv bei der Sache war.

Also, wie du sagtest: Du solltest dich nur bestrafen für deinen Fehler ‚zu spät zu kommen‘, an dem wir ja weiterhin gemeinsam arbeiten, und für Faulenzen im Sinne von Nicht-Üben oder laschem Üben!“

Auf dem Weg in die Küche, um zu sehen, wie weit Melanies Vorbereitungen gediehen sind, wandert Natalies Blick zum Schirmständer: „Ich bekomme regelmäßig Gänsehaut, wenn ich sehe, dass Melanie so grässliche Strafinstrumente wie den langen Metall-Schuhlöffel öffentlich herumstehen lässt! Aber klar, anderen fällt bei seinem Anblick eine weitere Einsatzmöglichkeit ja gar nicht auf.“

Sie lächelt: „Ich dagegen durfte ihn schon an anderer Stelle ausprobieren, wie du weißt!

Bild

Manchmal finde ich es schade, wenn es keinen Anlass zu einer Bestrafung gibt!“

Ja, soweit ein Kapitel-Teil aus Melanie II.

Die Vorgeschichte Melanie muss abnehmen: BDSM – Erziehung und Disziplin“, finden Sie auf

https://sites.google.com/site/herbertmentor/

Beste Grüße

Herbert

PS: Inzwischen ist Melanie II erschienen: Melanie II: BDSM – Spiel und Ernst.

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